Zeit

Bundestag beschloss am 01.06.2017 Verbesserungen

Kann jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nicht mehr voll arbeiten, sieht der Leistungskatalog der Gesetzlichen Rentenversicherung Erwerbsminderungsrenten vor. Die Renten werden als volle Renten gewährt, wenn ein Versicherter wegen einer Krankheit oder Behinderung keine drei Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mehr tätig sein kann. Kann jemand noch drei Stunden, aber keine sechs Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch tätig sein, kann eine „halbe“ Renten – die Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung gewährt werden.

Bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente wird der Versicherte aktuell so gestellt, als hätte er bis zum vollendeten 62. Lebensjahr gearbeitet. Dies erfolgt durch die Anerkennung einer sogenannten Zurechnungszeit.

Ab dem Jahr 2018 wird die Zurechnungszeit schrittweise vom vollendeten 62. Lebensjahr auf das vollendete 65. Lebensjahr verlängert. Dies hat am 01.06.2017 mit den Stimmen von Koalition und Opposition der Bundestag beschlossen. Da für die Zurechnungszeit auch Entgeltpunkte vergeben werden, bedeutet die Verlängerung der Zurechnungszeit eine finanzielle Verbesserung für die Betroffenen.

Die schrittweise Anhebung erfolgt, in dem die Zurechnungszeit im Jahr 2018 und 2019 um jeweils drei Monate und in den Jahren 2020 bis 2024 um jeweils sechs Monate verlängert wird.

Zu beachten ist, dass die Bestands-Renten ab dem Jahr 2018 nicht jährlich neu berechnet werden, da die Zurechnungszeit verlängert wird. Die jeweils verlängerte Zurechnungszeit orientiert sich immer nach dem Beginn der Rente! Das heißt, dass Bestandsrentner von diesen Verbesserungen nicht profitieren.

Folgende Zurechnungszeiten gelten dann ab dem Jahr 2018:

Kalenderjahr Zurechnungszeit bis:
(jeweils vollendetes Lebensjahr)
2017 62. Lebensjahr
2018 62. Lebensjahr und 3 Monate
2019 62. Lebensjahr und 6 Monate
2020 63. Lebensjahr
2021 63. Lebensjahr und 6 Monate
2022 64. Lebensjahr
2023 64. Lebensjahr und 6 Monate
2024 65. Lebensjahr

Berechnung der Rente überprüfen

Wurde seitens des zuständigen Rentenversicherungsträgers eine Rente bewilligt, sollte die Berechnung – welche Gegenstand des...

Beitragszahlung

Zahlung von Ausgleichszahlungen ab 01.07.2017 verbessert

Nimmt ein Versicherter eine Altersrente vorzeitig in Anspruch, entstehen je Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme Rentenabschläge von 0,3 Prozent. Wird beispielsweise eine Altersrente drei Jahre (36 Monate) vorzeitig beansprucht, müssen Rentenabschläge in Höhe von 10,8 Prozent in Kauf genommen werden, welche dann aber auch lebenslang erhalten bleiben.

Nach den gesetzlichen Vorschriften besteht die Möglichkeit, dass zusätzliche Beitragszahlungen an den Rentenversicherungsträger geleistet werden können, damit die Rentenabschläge entweder reduziert oder vollständig beseitigt werden. Die Möglichkeit dieser zusätzlichen Beitragszahlungen wurde ab dem 01.07.2017 im Rahmen des Flexirentengesetzes (Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand) verbessert.

Geringe Inanspruchnahme

Nach den bisherigen gesetzlichen Regelungen war die Beitragszahlung zum Ausgleich von Rentenabschlägen erst ab dem vollendeten 55. Lebensjahr möglich. Allerdings wurde diese Möglichkeit nur von sehr wenigen Versicherten in Anspruch genommen. Deutschlandweit zählten die gesetzlichen Rentenversicherungsträger nur etwa 1.000 Versicherte pro Jahr, die die Ausgleichszahlungen leisteten.

Insgesamt entstehen durch die Ausgleichszahlungen relativ hohe Beträge, die von den Versicherten aufgebracht werden müssen. Folgende Tabelle veranschaulicht, welche Ausgleichsbeträge bei einer Brutto-Rente von 1.500 Euro geleistet werden müssten, damit der vollständige Rentenabschlag eliminiert wird.

Altersrente (ungemindert) Vorzeitiger Rentenbeginn Rentenminderung Ausgleichsbetrag
1.500,00 Euro 1 Jahr 3,6% / 54,00 Euro 12.760 Euro
1.500,00 Euro 2 Jahre 7,2% / 108,00 Euro 26.520 Euro
1.500,00 Euro 3 Jahre 10,8% / 162,00 Euro 41.380 Euro
1.500,00 Euro 4 Jahre 14,4% / 216,00 Euro 57.500 Euro
1.500,00 Euro 5 Jahre 18,0% / 270,00 Euro 75.030 Euro

Damit die Ausgleichszahlungen über einen längeren Zeitraum geleistet werden können, wurde die Altersgrenze, ab der eine Ausgleichszahlung möglich ist, ab dem 01.07.2017 auf das vollendete 50. Lebensjahr gesenkt. Eine Beitragszahlung ist zwei Mal jährlich möglich.

Durch die Absenkung des Lebensalters auf das vollendete 50. Lebensjahr entstehen jährlich kleinere Zahlbeträge. Daher erhofft sich der Gesetzgeber, dass es zu einer höheren Inanspruchnahme...

Rentenniveau

Rentenniveau und Rente sind nicht das Gleiche

Überall wird derzeit wieder über das Rentenniveau diskutiert. Fast kein Politiker der zurzeit nicht über diesen Begriff und sein Absinken auf lange Frist spricht. Aber was ist eigentlich das „Rentenniveau“, dazu mehr im Folgenden.

Viele Menschen wissen eigentlich nicht was der Begriff Rentenniveau bedeutet. Mancher versteht darunter das, was Senioren monatlich an Rente bekommen. Viele verstehen darunter auch einen festen Betrag. Aber das ist das Rentenniveau nicht.

Das Rentenniveau bezeichnet das Verhältnis zwischen einer Standartrente (auch Eckrente genannt) und dem Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen in einem Jahr.

Die Berechnung des Rentenniveaus

Ausgangspunkte für die Berechnung sind zwei Rechengrößen. Zum einen ist dies eine standardisierte Rente und zum anderen ein durchschnittliches Arbeitnehmerentgelt, diese beiden Werte werden miteinander verglichen. Als Standartrente, auch Eckrente, bezeichnet man die Regelaltersrente eines Durchschnittsverdieners nach einer Zahlung von 45 Jahren Rentenbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dieser Betrag stellt aber nur eine fiktive Rente dar. Aufgrund der jeweils voneinander abweichenden Lebensläufe der Versicherten wird dieser Betrag anstelle aller Altersrenten für die Berechnung herangezogen.

Der für die Berechnung heranzuziehende Brutto-Durchschnittsverdienst wird vom Statistischen Bundesamt ermittelt, er beträgt für das Jahr 2017 37.103 Euro. Das Verhältnis zwischen der Standartrente und dem Durchschnittsverdienst eines Jahres stellt dann prozentual das Rentenniveau dar. Über die Jahre lässt sich dann sehr genau die leistungsmäßige Entwicklung in der Rentenversicherung ablesen.

Das Rentenniveau – Netto vor Steuerabzug

Das Rentenniveau wird seit 2005 immer als Netto-Rentenniveau vor dem Abzug von Steuern angegeben. Bei der Ermittlung zieht man von der Brutto-Standartrente die wirklichen Sozialversicherungsbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Vom Brutto-Durchschnittsentgelt werden dann die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Das Durchschnittsentgelt wird hierbei auch noch um den durchschnittlichen Aufwand zur zusätzlichen Altersvorsorge vermindert.

Das Netto-Rentenniveau vor Steuerabzug belief sich im Jahr 2016 auf 48 Prozent, es...

Rentenerhöhung 2017

Vor allem Ost-Rentner freuen sich über hohes Rentenplus

Am 22.03.2017 hat das Bundesarbeitsministerium die Rentenerhöhung zum 01.07.2017 bekannt gegeben. Danach steigen die Renten im Westen um 1,90 Prozent. Am meisten freuen dürfen sich die Ost-Rentner; in den neuen Bundesländern werden die Renten um 3,59 Prozent zur Jahresmitte 2017 angehoben.

Wie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Zuge der Bekanntgabe der Prozentsätze der Rentenerhöhung 2017 erläuterte, bleibt gerade auch in Zeiten mit niedrigen Zinsen die umlagefinanzierte Rente die zentrale Säule des Alterssicherungssystems.

Auch wenn die Rentenerhöhung im Jahr 2017 nicht so üppig wie im Vorjahr ausfällt profitieren die etwa 21 Millionen Rentner von der guten Lohnentwicklung, welche ein maßgebender Faktor bei der Berechnung der Rentenerhöhung ist.

Ein Rentner mit einer aktuellen Rente von monatlich 800,00 Euro erhält in den alten Bundesländern ab Juli 2017 15,20 Euro und in den neuen Bundesländern 28,72 Euro mehr Rente. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass es sich hierbei um die Brutto-Beträge handelt. Hiervon kommen noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in Abzug.

Erhöhung es aktuellen Rentenwertes

Die Rentenerhöhung wird mit der Erhöhung des aktuellen Rentenwertes umgesetzt. Der aktuelle Rentenwert spiegelt den Wert eines Entgeltpunktes wider. In den alten Bundesländern steigt der aktuelle Rentenwert von derzeit 30,45 Euro auf 31,03 Euro, in den neuen Bundesländern von 28,66 Euro auf 29,69 Euro. Damit gleichen sich die Rentenwerte im Westen und Osten immer mehr an, was der Gesetzgeber als großes Ziel für die kommenden Jahre ausgegeben hat.

Näheres unter: Rentendynamisierung 2017

Wurde Rentenbescheid überprüft?

Die Medien berichten in regelmäßigen Abständen, dass ein Großteil der Rentenbescheide falsch oder lückenhaft ist. Dies hat finanzielle Einbußen für die Rentenberechtigten zur Folge.

Da ein Rentenbescheid eine Rentenberechnung zur Grundlage hat, die – zumindest was die Altersrenten betrifft – eine Dauerwirkung bis zum Lebensende hat, sollte jeder Rentenbescheid von einer unabhängigen Stelle geprüft...

Renteninformation

Was ist bei der Renteninformation zu beachten, wie überprüfe ich sie richtig?

Die Renteninformation erhalten die meisten Berufstätigen einmal im Jahr von ihrem Rentenversicherungsträger. Aus ihr sollen die Versicherten die Höhe ihrer Rente ab dem Tag ihres Renteneintritts erfahren können. Experten haben aber herausgefunden, dass die Angaben nicht immer den Tatsachen entsprechen, sie warnen davor, den Zahlen kritiklos zu vertrauen.

Wer mindestens fünf Beitragsjahre zur Rentenversicherung geleistet hat, erhält einmal pro Jahr eine Aufstellung seiner derzeit zu erwartenden Rente. Bis zum 54. Geburtstag nennt sich dies „Renteninformation“ danach „Rentenauskunft“. Diese Informationsschreiben enthalten folgende Beträge:

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Dies ist die monatliche Rente, die man zum heutigen Zeitpunkt erhalten würde, wenn man wegen gesundheitlicher Einschränkungen voll erwerbsgemindert wäre.

Höhe Ihrer künftigen Regelaltersrente

Dies ist die Rente die man nach heutigem Stand und nach den bislang einbezahlten Beiträgen erhalten würde.

Die zu erwartende Rente

Das ist der Betrag, den man bei Erreichen des Rentenalters voraussichtlich monatlich erhalten würde, wenn man bis zum Rentenbeginn Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre gezahlt hat.

Unbedingt beachten – die Abzüge

Zuerst die Kranken- und Pflegeversicherung

Wichtig ist bei den genannten Beträgen, dass sie nicht in der Höhe ausgezahlt werden, wie angegeben. Von diesen Beträgen werden nämlich noch Krankenversicherungsbeiträge abgezogen. Auch die die Einkommensteuer muss vom Rentenbezieher aufgebracht werden. Diese Angaben sind aber in der Renteninformation bzw. Rentenauskunft nicht enthalten.

Jeder, der bis zum Eintritt des Rentenalters pflichtversichert war und dies nach dem Renteneintritt weiter ist, dem werden ungefähr zehn Prozent an Krankenversicherungsbeiträgen von dem genannten Betrag abgezogen werden. Bei den freiwillig oder privat Krankenversicherten sieht dies etwas anders aus, diese erhalten zu ihren Beiträgen einen Zuschuss von zurzeit 7,3 Prozent.

Neben den Krankenversicherungsbeiträgen müssen noch die Pflegeversicherungsbeiträge aufgebracht werden. An den Pflegeversicherungsbeiträgen gewährt die Rentenkasse keinen Zuschuss. Der Beitragssatz liegt seit dem 01.01.2017...

Rentenbescheid richtig prüfen

So prüfen Sie Ihren Rentenbescheid richtig

Nicht jeder möchte sich in jungen Jahren bereits mit seiner Rente befassen – das hat ja noch Zeit. Aber spätestens wenn das Arbeitsleben langsam dem Ende zugeht oder wenn ein Partner stirbt wird man unweigerlich damit konfrontiert. Dann kommt ein großer Berg auf einen zu, der erledigt werden will. Viele Behördengänge, Formulare ausfüllen, Unterlagen überprüfen sowie seitenlange Bescheide. Das alles führt zu einer großen Belastung und Verwirrung. Aber gerade im Zusammenhang mit der Rente ist es wichtig die Bescheide genauestens nachzuprüfen, da man hier leicht viel Geld verschenken kann.

Wer aus dem Arbeitsleben ausscheidet erhält, nachdem er einen Rentenantrag gestellt hat, seinen Rentenbescheid. Damit wird er vom Rentenversicherungsträger über seinen Rentenanspruch und auch die Rentenhöhe informiert. Dass ein solcher Rentenbescheid Fehler enthalten kann liegt bei der komplexen Berechnung auf der Hand, denn Fehler können sich hier trotz EDV einschleichen. Bei der Erstellung des Rentenbescheides gibt es immer wieder Fehler. Die Deutsche Rentenversicherung hat in einer Statistik festgestellt, dass pro Jahr ca. 600.000 Rentenbescheide Fehler aufweisen.

Falsche Eingabe der Daten

Alle Datenerfassungen zu Sachverhalten für die Rentenberechnung erfolgen auf elektronischem Weg. Dies geschieht durch Meldungen von Arbeitgebern, Krankenkassen, Rehabilitationsträgern und auch von den Agenturen für Arbeit. Doch es entstehen bereits bei der Übermittlung bzw. der Eingabe der Daten Fehler. So werden oft Einkommen wegen typischer Zahlendreher (14.000 Euro statt richtig 41.000 Euro) falsch gemeldet oder auch Daten bei Beschäftigungsende (13. des Monats statt richtig der 31. des Monats). Dies und viele andere Falscheingaben können natürlich den Rentenbescheid und speziell die Rentenhöhe stark beeinträchtigen.

Der Versicherungsverlauf von Arbeitnehmern, die häufig den Arbeitgeber gewechselt haben oder längere Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Krankheit nachweisen, ist natürlich besonders anfällig für Eingabefehler, was dann auch die Rente verringern kann.

Wichtig ist es deshalb seinen Versicherungsverlauf und ganz besonders seinen Rentenbescheid...

Flexirente

Größere Flexibilität bei Teilrenten und Hinzuverdienst

Am 25.11.2016 hat der Bundesrat das lange diskutierte Flexirentengesetz verabschiedet. Dieses Gesetz bringt den Beschäftigten ab Juli 2017 eine größere Flexibilität, was die Kombination von Altersrenten und einem weiteren Hinzuverdienst anbelangt. Doch auch zum 01.01.2017 treten Änderungen in Kraft, mit denen die Versicherungspflicht und Beitragspflicht zur Rentenversicherung bei Bezug einer Altersvollrente modifiziert werden.

Die bisherigen starren Regelungen, nach denen eine Altersrente als Teilrente in Höhe von zwei Dritteln, der Hälfte bzw. einem Drittel geleistet werden kann, brachten nicht die gewünschte Flexibilität, dass eine Altersteilrente mit einer weiteren Erwerbstätigkeit kombiniert werden kann. Da jedoch bei den Menschen der Wunsch oder auch die Erfordernis besteht, neben der Rente weiter zu arbeiten, wurden die Hinzuverdienstregelungen bei Bezug einer Altersrente komplett überarbeitet und im Sinne der Rentner verbessert.

Stufenlose Anrechnung des Hinzuverdienstes

Ab dem 01.07.2017 kommt es zu einer stufenweisen Anrechnung des Hinzuverdienstes auf die Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Sofern der Hinzuverdienst kalenderjährlich 6.300 Euro nicht überschreitet, hat dies keine Rentenkürzung zur Folge. Bei Überschreiten dieser Grenze werden 40 Prozent des übersteigenden Betrages auf die Rente angerechnet.

Eine weitere Anrechnung erfolgt unter Umständen, sofern der Hinzuverdienstdeckel überschritten wird. Der Hinzuverdienstdeckel bildet das höchste Entgelt der letzten 15 Jahre ab. Damit soll vermieden werden, dass ein Rentner durch die Kombination von Rente und Hinzuverdienst summa summarum mehr erhält als den höchsten Verdienst der letzten 15 Jahre.

Beispiel:

Ein Versicherter erhält die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Die Regelaltersgrenze wurde noch nicht erreicht.

Die volle Altersrente beträgt 1.200 Euro, es wird jedoch ein Hinzuverdienst in Höhe von 35.000 Euro je Kalenderjahr erzielt.

Der Hinzuverdienstdeckel beträgt 3.100 Euro.

Berechnung:

Im ersten Schritt wird festgestellt, dass die (rentenunschädliche) Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro überschritten wird. Damit werden vom überschreitenden Anteil 40 Prozent auf die Rente angerechnet:

(35.000 Euro abzgl. 6.300 Euro) /...

Rentenbeiträge

Urteil Sozialgericht Mainz vom 17.06.2016, S 10 R 5811/14

Im Rahmen einer Rentenberechnung sind alle rentenrechtlichen Zeiten relevant, welche ein Versicherter aufgebaut hat. Fehlende Zeiten können im Rahmen einer Kontenklärung (Klärung Rentenversicherungskonto) dem Rentenversicherungsträger gemeldet werden, damit diese im Rentenversicherungskonto aufgenommen werden und bei der Berechnung der Rente Berücksichtigung finden.

Wurden rentenrechtliche Zeiten zurückgelegt und ist hierfür allerdings kein Nachweis mehr möglich, darf die Rentenkasse diese Zeiten auch nicht anerkennen. Die Beweislast für die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen trägt, wie ein Urteil des Sozialgerichts Mainz vom 17.06.2016, Az. S 10 R 511/14 bestätigt, der Versicherte.

Der Klagefall

Geklagt hatte ein Versicherter, der im Jahr 1954 geboren ist. In der Zeit von 1969 bis 1972 absolvierte er eine Ausbildung zum Raumausstatter, welcher er allerdings nicht abgeschlossen hatte. Der zuständige Rentenversicherungsträger, die Rentenversicherung Rheinland-Pfalz, erkannte die Zeiten allerdings nicht an, da hierüber keine Nachweise vorhanden waren. Der Kläger selbst konnte keine Nachweise vorlegen. Auch das damalige Ausbildungsunternehmen existiert nicht mehr.

Wären die Zeiten der Berufsausbildung im Rentenkonto aufgenommen worden, hätte der Kläger seine Altersrente zu einem früheren Zeitpunkt in Anspruch nehmen können.

Nachdem die Rentenkasse selbst Ermittlungen bezüglich der nicht gemeldeten Zeiten durchführte, lehnte sie die Anerkennung der Zeiten und Aufnahme ins Rentenversicherungskonto ab. Die Rentenkasse kontaktierte sowohl die betroffenen Krankenkassen als auch die Deutsche Rentenversicherung Bund und Deutsche Rentenversicherung Hessen. Die Ermittlungen blieben jedoch ohne Erfolg.

Gegen die Ablehnung der rentenrechtlichen Zeiten klagte der Versicherte und führte in der mündlichen Verhandlung beim Sozialgericht Mainz aus, dass er keine Unterlagen mehr über den Zeitraum seiner beruflichen Ausbildung mehr hat. Insoweit werde von ihm Unmögliches verlangt. Allerdings sei es ihm möglich, Zeugen zu benennen.

Sozialgericht gab Rentenversicherungsträger Recht

Das Sozialgericht Mainz wies die Klage des Versicherten ab und bestätigte die Entscheidung des Rentenversicherungsträgers. In dem Urteil führten die Richter aus, dass zwar grundsätzlich davon...

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Ab dem 01.07.2017 werden die gesetzlichen Renten um 1,9% im Westen und um 3,59% im Osten erhöht:... https://t.co/H7ty2Zbdhv

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