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Registrierte Rentenberater prüfen Rentenbescheide fachkundig

Da ein Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung ziemlich umfangreich ist, kann er von vielen Rentnern nicht oder nur sehr mühevoll überprüft werden, ob er ganz und gar dem gängigen Recht entspricht und auch komplett ist. Für die Laien sind die Sachverhalte oft viel zu komplex und es bedarf hier der qualifizierten Hilfe eines registrierten Rentenberaters.

Durch den Rentenbescheid erstellt der Rentenversicherungsträger ein Dokument, das die vorhandenen Zeiten und Gegebenheiten rechtlich bewertet. Es ist deshalb sehr wichtig in erster Linie die im Versicherungsverlauf angegebenen Daten auf Vollständigkeit sowie die Rentenberechnung der Höhe nach genau zu überprüfen.

Da die Höhe der Rente unter anderem auch stark von den bisher erarbeiteten rentenrechtlichen Zeiten abhängig ist, sollte man sich den Versicherungsverlauf sehr genau ansehen und auf Vollständigkeit überprüfen. Wichtig ist, ob neben allen Pflichtversicherungszeiten auch freiwillige Beitragszeiten, Kindererziehungszeiten sowie Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung, aber auch Ersatz- und Anrechnungszeiten aufgeführt sind. Zeiten die länger zurückliegen sollten nicht vergessen werden. So dürfen Ausbildungszeiten und die entsprechende Ausbildungsvergütung nicht fehlen. Selbst Zeiten für Fortbildungen können aufgrund aktueller Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes (BSG) heute oft anders bewertet werden als im Rentenbescheid. Die Anrechnung von Fortbildungszeiten wurde nämlich durch das Bundessozialgericht ausführlich und handfest beanstandet.

Die Altersteilzeit bzw. die entsprechende Berechnung führt in der Praxis auch immer wieder zu Fehlern. Überprüfen Sie deshalb Ihren Rentenbescheid sehr genau und legen Sie innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheides Widerspruch bei Ihrem Rentenversicherungsträger ein, wenn Sie glauben dass etwas nicht stimmt. Aber sogar bis zu einem Jahr kann Widerspruch eingelegt werden, allerdings nur dann wenn im Rentenbescheid die Rechtsbehelfsbelehrung fehlt. Eine Überprüfung des Rentenbescheides für die Zukunft ist aber in jedem Fall möglich. Haben Sie einen Widerspruch eingelegt und wurde diesem durch die Rentenversicherung nicht abgeholfen, so ergeht ein entsprechender Widerspruchsbescheid. Hier haben Sie dann das Recht den Klageweg...

Überprüfung Rentenbescheid dringend angeraten

Wie der Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes offenlegt, wurden zehntausende Renten falsch berechnet. Über Jahre hinweg haben damit zehntausende Rentner zu wenig Rente erhalten und damit finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssen.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hatte im Jahr 2011 etwa 26.000 Rentenbescheide überprüft. In mehr als in jedem dritten Fall musste die Rentenkasse Rentenleistungen nachzahlen, da die Ursprungsberechnung nicht korrekt war. Etwa 20 Millionen Euro wurden daher an die betroffenen Rentner nachgezahlt. Durchschnittlich erhielten die Betroffenen etwa 57 Euro mehr an Rente als ursprünglich errechnet.

Auch bei der Berechnung der Ausbildungszeiten ist der Rentenversicherung ein Fehler unterlaufen. Insgesamt wurden 215.000 Rentenbescheide überprüft; in 148.000 Fällen ergab sich durch die erforderliche Neuberechnung eine Rentenerhöhung. Diese betrug zwar im Durchschnitt „nur“ 2,80 Euro, die ursprüngliche Rentenberechnung war jedoch nicht korrekt.

Rentenberechnungen komplex und fehleranfällig

Die Berechnungen der Renten sind aufgrund der komplizierten Rechtsvorschriften äußerst komplex. Damit können sich auch schnell Fehler in die Rentenberechnungen einschleichen. Zwar erklärte die Rentenversicherung nach den zehntausenden entdeckten falschen Rentenbescheiden, dass sie alle Maßnahmen ergriffen habe, damit künftig bei den festgestellten Fallkonstellationen keine Fehler mehr passieren. Dennoch unterliegen die Rentenbescheide nach Auffassung unabhängiger Experten weiterhin einer hohen Fehleranfälligkeit.

Wer seinen Bescheid erhält, erkennt die Komplexität der Rentenberechnung bereits am Umfang des Rentenbescheides. Der Rentenbescheid umfasst sieben Seiten. Hinzu kommen noch diverse Anlage (s. auch Anlagen des Rentenbescheides), in denen die Berechnung der Rente dargestellt wird.

Tipps zur Überprüfung des Rentenbescheides

Wichtig ist, dass auf jeden Fall der Versicherungsverlauf – also die Darstellung der eigenen Erwerbsbiographie – abgeglichen wird. Fehlen im Versicherungsverlauf bestimmte Zeiten, in denen Rentenversicherungsbeiträge tatsächlich geleistet wurden oder sind die aufgelisteten Zeiten nicht schlüssig, bedeutet dies einen Rentenverlust. Generell ist anzumerken, dass die Fehleranfälligkeit höher ist, wenn es öfters Veränderungen im Erwerbsleben gab.

Aber auch bei kurzen Erwerbsbiographien, beispielsweise wenn eine Erwerbsminderungsrente...

30 Prozent der Rentenbescheide sind unvollständig oder fehlerhaft

Das Heute-Journal im ZDF nahm sich am 02.08.2004 in einer Sendung ausführlich der Problematik mit falschen und lückenhaften Rentenbescheiden an.

In der Sendung wurde von Spezialisten ausführlich und dringend darauf hingewiesen, nicht den Rentenberechnungen der Rentenversicherungsträger zu vertrauen und sich den eigenen Rentenbescheid, besonders hinsichtlich der beitragsfreien Zeiten genau anzusehen. Die hohe Zahl der erfolgreichen Widersprüche bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), nämlich 150.000, zeigen deutlich, dass jeder dritte Rentenbescheid mit Fehlern behaftet ist.

Die Experten wiesen eindringlich darauf hin, einen vom Rentenversicherungsträger erlassenen Rentenbescheid unbedingt durch eine unabhängige Person prüfen zu lassen. Besonders wurden hier die registrierten Rentenberater genannt, die den Rentenbescheid gründlich und ausführlich auf eventuelle Mängel überprüfen können und den Betroffenen auch in einem weiteren Verfahren vertreten können.

Nehmen Sie deshalb zur Kontrolle Ihres Rentenbescheides unbedingt Kontakt zu einem professionellen Rentenberater auf.

Im nachfolgenden Beispiel des Heute-Journals wird deutlich dass sich eine Kontrolle in jedem Fall rechnet.

Helmut Behrend war 78 Jahre alt und stritt 12 Jahre mit dem Rentenversicherungsträger um seinen vollen Rentenanspruch. Herr Behrend und seine Frau merkten sofort, dass am ersten Rentenbescheid, der 1992 erging, etwas nicht stimmen konnte. Die Rente erschien ihnen viel zu niedrig. Hierzu gibt Herr Behrend an: "Das war einfach zu wenig. Ich habe Widerspruch eingelegt, doch der gleiche Betrag kam wieder. Daraufhin bin ich selbst nach Düsseldorf gefahren, um das mit dem Sachbearbeiter zu klären, da das nicht stimmen konnte. Ich bin dort so erniedrigend behandelt worden, das kann man gar nicht erklären. Heulend bin ich aus dem Gebäude gelaufen."

Widerspruch ohne Ergebnis

Trotz der negativen Widerspruchsbescheide des Rentenversicherungsträgers war Herr Behrend der Auffassung, dass er im Recht sei. Er sah aber keine Möglichkeit mehr sich gegen die Fehlberechnung zu wehren. Aufgrund der niedrigen Rente musste er sogar eine Arbeit an...

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